DJK Dürscheid will aus Asche einen grünen Rasen machen

Fußball: DJK Dürscheid will aus Ascheplatz eine Anlage mit Hybridrasen machen

 

Jürgen Schmidt, Joachim Hankus und Frank Friedlein (v. l.) hoffen auf einen neuen Platz für die DJK Dürscheid.

Jürgen Schmidt, Joachim Hankus und Frank Friedlein (v. l.) hoffen auf einen neuen Platz für die DJK Dürscheid.

 

Die Älteren werden sich noch an das Fußballspiel Deutschland – Polen bei der Weltmeisterschaft 1974 erinnern. Ein Regenspiel, der Platz war eine Katastrophe, und der Fußball blieb in den Pfützen liegen.

Der bergische Landregen in diesem Sommer hat pünktlich zum Fototermin gleiches mit dem Tennenplatz der DJK Dürscheid angestellt. Pfützen ohne Ende, der Vorsitzende Joachim Hankus, Jürgen Schmidt, der zweite Kassierer, und Jugendleiter Frank Friedlein knien sich mit Regenschirm und Spielball in eine Pfütze. „Wir haben zuletzt sogar Freundschaftsspiele absagen müssen wegen der Platzsituation“, sagt Friedlein.

Mitglieder wandern ab

Was schwerer wiegt: Ohne grünes Spielfeld sieht sich die DJK auf mittlere Sicht nicht mehr konkurrenzfähig mit den übrigen Fußballvereinen im Gemeindegebiet, die alle entweder Natur- oder Kunstrasenplätze haben. Die Statistik belegt eine Abwanderungswelle aus Dürscheid: 325 Mitglieder waren der Fußballabteilung im Jahr 2008 angeschlossen, 175 im Jahr 2016 – 2010 begannen die Platzumbauten der Nachbarvereine. Was die Pläne in Dürscheid erschwert: Der Aschenplatz ist mit 7285 Quadratmetern Spielfläche einer der größten im Kreisgebiet. „Wir wollen das Projekt angehen“, sagt der Vorsitzende.

Im Team haben die Dürscheider ein Konzept erstellt und für mehrere Varianten Finanzmodelle erstellt: Ein Hybridrasen (Mischung aus Naturgrün und eingewebten Kunststofffasern) würde demnach 250.000 Euro kosten, die Hybridvariante mit kleinem Trainingstennenplatz 325.000 Euro, ein Kunstrasenplatz mit etwas verkleinerter Spielfläche (5800 Quadratmeter) etwa 400.000 Euro.

Welcher Weg beschritten wird, ist noch offen. „Das sollen später die Mitglieder entscheiden“, sagt Joachim Hankus. Allerdings sei absehbar, dass sich die DJK einen Kunstrasenplatz nur schwer werde leisten können. „Derzeit ist die Finanzierung eines Kunstrasens realistisch nicht darstellbar“, ergänzt Kämmerer Schmidt.

Für die Modellrechnungen muss etwas ausgeholt werden. Der Sportplatz entstand im Jahr 1972, gebaut hat ihn die damalige Stadt Bensberg. 1975 wechselte der Ort Dürscheid in die neue Gemeinde Kürten, der Platz ging ins Eigentum der Kommune über. Seitdem, sagen die Vorständler, habe die Gemeinde Kürten nichts mehr getan an der Instandhaltung der Tenne.

Der Zustand sei entsprechend schlecht. In ihrer Rechnungsaufstellung kalkulieren die DJK-ler mit einem Vereinsdarlehen über 125.000 Euro, mit 40.000 Euro aus Eigenmitteln des Vereins. Rund 35.000 Euro sollen aus Spenden von Firmen und von Dürscheider Bürgern getragen werden; verstärkte Bandenwerbung und eine Beitragserhöhung für die Vereinsfußballer sind ebenfalls vorgesehen.

Für die Restsumme von 50.000 Euro wünscht sich der Sportverein einen Zuschuss der Gemeinde, teils aus der vom Land gewährten Sportpauschale der Gemeinde oder als Gegenleistung für die unterlassene Instandhaltung.

Für die DJK sind deshalb die im September beginnenden Haushaltsberatungen 2018 von großer Bedeutung. „Wir haben unser Modell vor den Sommerferien dem Bürgermeister und den Fraktionen vorgestellt“, berichtet Jürgen Schmidt, auch Ratsmitglied der SPD. Er hoffe darauf, dass die Politiker den Verein unterstützten.

Mit einem Trainingstennenplatz als Extra würde der Hybridplatz entlastet vom Übungsbetrieb, die Nutzungsdauer der Anlage auf mehr als 15 Jahre deutlich verlängert. Auf den benachbarten Wiesen könnte der Verein dafür anbauen, sofern der Eigentümer des Grünlands zustimmt. Und damit zugleich etwas für den gesamten Ort erreichen: Auf einer weiteren Fläche wäre für den DJK-Vorstand ein geschotterter Fest- und Dorfplatz vorstellbar, parallel als Parkfläche bei Sportereignissen zu nutzen. Die IG Dürscheid habe diese Idee mit ins Leitbild Kürten 2030 eingebracht, sagt Jürgen Schmidt.

„Wir packen das Projekt“, hofft der Vorsitzende. Zum Saisonende ab Mai/Juni 2018 soll der Umbau beginnen, der Start in die Saison 2018/2019 (Ende August 2018) auf grünem Platz stattfinden.

– Quelle: http://www.ksta.de/28255968 ©2017